Ein 1,80 m großer Bodybuilder wiegt 95 kg bei einem extrem niedrigen Körperfettanteil von 9%. Nach der Standardformel des BMI errechnet sich: 95 / (1,80 * 1,80) = 29,3. Laut WHO-Tabelle gilt dieser durchtrainierte Athlet als stark übergewichtig, kurz vor der Grenze zu Adipositas.
Die Ursache: Dichte von Muskeln vs. Fett
Der grundlegende Konstruktionsfehler des BMI liegt in der Gleichsetzung von Gewicht und Fett:
- Muskelgewebe besitzt eine Dichte von ca. 1,06 g/cm³ und enthält viel Wasser und Glykogen.
- Fettgewebe weist eine geringere Dichte von nur ca. 0,90 g/cm³ auf.
Ein Kubikdezimeter Muskelmasse wiegt spürbar mehr als das gleiche Volumen Fett. Kraftsportler haben daher bei schlanker Taille ein hohes Gesamtgewicht auf der Waage.
Bessere Alternativen für Athleten
- Waist-to-Height-Ratio (WHtR): Das Verhältnis von Bauchumfang zu Körpergröße. Ein Wert unter 0,5 signalisiert ein geringes kardiovaskuläres Risiko.
- Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA): Misst den elektrischen Widerstand des Körpers zur exakten Differenzierung von Wasser-, Fett- und Muskelmasse.
- Caliper-Hautfaltenmessung: Misst mit einer Zange die Unterhautfettfalten an 3 oder 7 genormten Messpunkten.